FESTSPIELE REICHENAU
Die Macht der Gewohnheit
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Thomas Bernhard
"Die Macht der Gewohnheit"
Komödie in drei Szenen
Caribaldi, Zirkusdirektor Wolfgang Hübsch
Enkelin Lana Cencic
Jongleur Alexander Lhotzky
Dompteur Thomas Kamper
Spaßmacher Karl Menrad

Regie: Helmut Wiesner
Bühne: Peter Loidolt
Kostüme: Erika Navas
Licht: Lukas Kaltenbäck
Musik: Peter Kaizar
Rechte: Suhrkamp, Frankfurt

PREMIERE: Montag, 6. Juli 2009, 19.30 Uhr
THEATER REICHENAU - NEUER SPIELRAUM
Weitere Vorstellungen siehe Spielplan
Die Macht der Gewohnheit

Nach dem erfolgreichen "THEATERMACHER" im Sommer 2003 werden Regisseur Helmut Wiesner und Wolfgang Hübsch ein weiteres Bernhard-Stück erarbeiten, das als eines seiner geglücktesten Bühnenwerke gilt.

"DIE MACHT DER GEWOHNHEIT" behandelt Thomas Bernhards Einstellung gegenüber der Sinnlosigkeit der Kunst wie des Lebens; er demonstriert die Unmöglichkeit, jene Perfektion zu erreichen, die wir ein Leben lang anstreben und erreicht dabei lustspielhafte Dimensionen. Durch seinen Sentenzenstil mit der stehenden Wendung "Morgen Augsburg", durch possen- und slapstickhafte Elemente erhält das Stück komisch-absurde Qualität.

Die Handlung spielt im Zirkusmilieu - eine Metapher für Artistik schlechthin. Schauplatz ist der Neue Spielraum, die Arena des von Altersgebrechen und Konzentrationsschwäche geplagten Zirkusdirektors Caribaldi, der verzweifelt bemüht ist, eine perfekte Aufführung von Schuberts "Forellenquintett" zustande zu bringen. Zu diesem Zweck terrorisiert er seit zweiundzwanzig Jahren seine Truppe - den Jongleur, den Spaßmacher, den Dompteur und die seiltanzende Enkelin. Jeden Tag müssen sie proben, kommen aber über das Stimmen der Instrumente kaum hinaus. Es ist zu einem qualvoll dilettantischen Ritual geworden, auf das die Mitspieler mit Disziplinlosigkeit, Aggression, Trunkenheit und Sabotage reagieren. Caribaldi lässt jedoch in seinem Perfektionszwang nicht davon ab, seinen Traum zu verfolgen und übt seine "Schreckensherrschaft" über die vier ihm ausgelieferten Existenzen aus, die er mit seiner Idee von der hehren Kunst peinigt.

Wolfgang Hübsch bezeichnet diese große Rolle als einen weiteren Meilenstein in seiner Schauspieler-Karriere. Jeder einzelne in diesem Ensemble brennt für Thomas Bernhard und die skurrilen Figuren, die er ihnen mit diesem Stück schenkt.